Ratgeber

TPO-Verbot: was seit September 2025 für UV-Produkte gilt

Seit dem 1. September 2025 ist TPO in kosmetischen Mitteln EU-weit verboten. Was das für Ihr Studiolager, Ihre Aushärtezeiten und Ihre Produktauswahl bedeutet.

Von Redaktion Nagel Ratgeber, aktualisiert am 22. August 2026.

Am 1. September 2025 ist das EU-weite Verbot des Photoinitiators TPO in Kraft getreten. Ein Jahr später ist die Umstellung in deutschen Studios weitgehend abgeschlossen – die Folgen für Produktauswahl und Aushärtung wirken aber weiter. Hier stehen die Fakten und das, was daraus für Ihre Arbeit folgt.

Was genau verboten wurde

Mit der Verordnung (EU) 2025/877 hat die Europäische Kommission Trimethylbenzoyldiphenylphosphinoxid – kurz TPO – in kosmetischen Mitteln verboten. Grundlage ist die Einstufung als CMR-Stoff der Kategorie 1B, also als reproduktionstoxisch.

Bis dahin war TPO in UV-härtenden Nagelgelen und -lacken sowie in künstlichen Fingernagelsystemen bis zu einer Höchstkonzentration von 5 Prozent zugelassen, ausschließlich für die gewerbliche Anwendung.

Seit dem Stichtag sind sowohl das Inverkehrbringen als auch die Bereitstellung TPO-haltiger Produkte verboten. Es gibt keine Übergangsfrist: Auch Ware, die vor dem 1. September 2025 gekauft oder eingelagert wurde, darf seither nicht mehr verwendet werden.

Was das praktisch bedeutet

„TPO-frei“ ist kein Verkaufsargument mehr. Jedes Produkt, das Sie heute in der EU legal kaufen können, ist TPO-frei. Wenn eine Marke damit prominent wirbt, verkauft sie Ihnen eine gesetzliche Selbstverständlichkeit. Das gilt auch für Produkte in unseren Vergleichen – wir führen die Angabe deshalb als Information, nicht als Vorzug.

HEMA ist etwas anderes. HEMA ist weiterhin zugelassen und wird oft im selben Atemzug genannt, betrifft aber eine ganz andere Frage: Es gilt als häufiger Auslöser von Kontaktallergien und ist im Profibereich kennzeichnungspflichtig. „HEMA-frei“ bleibt damit ein echtes Unterscheidungsmerkmal.

Vorsicht bei Restposten und Direktimporten. Ware aus Nicht-EU-Quellen oder aus alten Lagerbeständen kann weiterhin TPO enthalten. Achten Sie auf die INCI-Liste. Bei Produkten, die keine veröffentlichen, wissen Sie schlicht nicht, was Sie verarbeiten.

Die INCI-Liste lesen

Einige Hersteller stellen die vollständige Zusammensetzung auf der Produktseite bereit. Elegelli veröffentlicht INCI-Liste und Sicherheitsdatenblatt bei jedem Produkt und weist beim Aufbaugel ausdrücklich den verwendeten Photoinitiator aus. Emmi-Nail, LCN und Didier Lab benennen HEMA-Freiheit klar auf den Produktseiten.

Bei anderen Marken in unseren Vergleichen fehlt diese Angabe. Das heißt nicht, dass die Produkte problematisch wären – aber es heißt, dass Sie nachfragen müssen, wenn eine Kundin mit bekannter Sensibilisierung vor Ihnen sitzt.

Was mit den Aushärtezeiten passiert ist

Die Hersteller haben TPO durch andere Photoinitiatoren ersetzt. Manche dieser Systeme reagieren in einem leicht verschobenen Wellenlängenbereich.

Praktische Folge: Wenn ein neu gekauftes Gel unter Ihrer bewährten Lampe weicher bleibt als gewohnt, ist die naheliegende Erklärung die Rezepturumstellung – nicht ein Defekt an der Lampe. Prüfen Sie zuerst die aktuelle Aushärteempfehlung des Herstellers und verlängern Sie die Zeit, bevor Sie ein funktionierendes Gerät ersetzen.

Kurz gesagt

  • TPO ist seit dem 1. September 2025 EU-weit verboten, ohne Übergangsfrist.
  • Alle legal erhältlichen Produkte sind TPO-frei – das ist Pflicht, kein Vorteil.
  • HEMA ist weiterhin erlaubt; „HEMA-frei“ bleibt ein relevantes Kriterium.
  • Bei veränderten Aushärteergebnissen zuerst die Herstellerempfehlung prüfen, dann die Lampe.

Welche Produkte ihre Zusammensetzung offenlegen, sehen Sie in unseren Vergleichen der besten Aufbaugele und der besten Top Coats.