Ratgeber
Aufbaugel auswählen: worauf es wirklich ankommt
Viskosität, Aushärtung, HEMA und Systemtreue: die Kriterien, nach denen Sie ein Aufbaugel wählen, das zu Ihrer Arbeitsweise passt.
Das Aufbaugel ist das Produkt, mit dem Sie am meisten Zeit verbringen. Overlay, Verstärkung, Verlängerung auf Schablone oder Tip – es gibt der Modellage ihre Struktur und ihre Form. Diese Kriterien entscheiden bei der Wahl wirklich.
Viskosität: das Kriterium Nummer eins
Die Viskosität bestimmt Ihr Arbeitstempo und Ihren Feilaufwand.
- Dünnflüssiges Gel: nivelliert sich weitgehend selbst und spart Feilarbeit, verlangt aber zügiges Arbeiten und eine sichere Materialführung.
- Mittlere Viskosität: der vielseitigste Kompromiss. Sie haben Zeit, das Material zu platzieren, und bekommen trotzdem eine glatte Oberfläche.
- Dickviskoses Gel: die richtige Wahl für ausgeprägte C-Kurven und Schablonenverlängerungen, kostet dafür Zeit beim Ausarbeiten.
Emmi-Nail beschreibt sein Futureline ausdrücklich als „mittel- bis dickviskos“ und „sehr formstabil“, NeoNail sein NN Expert als selbstnivellierend mit mittlerer Dichte. Beides sind gute Gele – sie passen nur zu unterschiedlichen Händen. Entscheiden Sie nach Ihrer eigenen Arbeitsweise, nicht danach, womit eine Kollegin gute Ergebnisse erzielt.
Aushärtung: Ihre Lampe muss zum Gel passen
Ein Aufbaugel muss unter Ihrer Lampe vollständig durchhärten. Prüfen Sie die vom Hersteller genannten Zeiten und halten Sie sie ein, ohne den Vorgang abzubrechen. Die Angaben in unserem Vergleich liegen bei 60 Sekunden LED und 120 Sekunden UV.
Ein nicht vollständig ausgehärtetes Gel bleibt in der Tiefe weich. Die Modellage verliert an Stabilität, und das Risiko einer Sensibilisierung Ihrer Kundin steigt – genau der Punkt, an dem aus einem Materialproblem ein gesundheitliches wird.
HEMA: das einzige verbliebene Unterscheidungsmerkmal
Seit dem 1. September 2025 ist der Photoinitiator TPO EU-weit verboten. Jedes Produkt, das Sie heute legal kaufen können, ist TPO-frei – ein Werbeaufdruck „TPO-frei“ sagt Ihnen also nichts über die Qualität.
Anders bei HEMA: Dieses Monomer ist weiterhin zugelassen, gilt aber als häufiger Auslöser von Kontaktallergien und ist im Profibereich kennzeichnungspflichtig. Wenn Sie viel mit empfindlichen Kundinnen arbeiten oder selbst schon auf Nagelprodukte reagiert haben, ist HEMA-frei ein echtes Argument. Elegelli, LCN, Emmi-Nail und Didier Lab weisen ihre Aufbaugele als HEMA-frei aus.
Systemtreue zahlt sich aus
Base, Aufbaugel und Versiegelung einer Marke sind aufeinander abgestimmt. Innerhalb eines Systems zu bleiben:
- reduziert unerklärliche Ablösungen;
- vereinfacht Bestellung und Lagerhaltung;
- macht Ihre Ergebnisse von Kundin zu Kundin reproduzierbar.
Wenn Sie Marken mischen, testen Sie die Kombination an einigen Modellagen, bevor Sie sie zum Standard machen.
Vier Fragen vor dem Kauf
- Was ist meine Haupttechnik: Overlay, Schablone oder Tip?
- Welche Viskosität liegt mir aktuell am besten?
- Deckt meine Lampe die vom Hersteller genannten Aushärtezeiten ab?
- Führt die Marke ein vollständiges System aus Base, Aufbaugel und Top Coat?
Wenn diese Fragen beantwortet sind, hilft Ihnen unser Vergleich der besten Aufbaugele bei der konkreten Auswahl.
Ebenfalls lesenswert