Ratgeber
Was ist ein Base Coat? Wofür er da ist und wie Sie ihn auftragen
Der Base Coat ist die Haftschicht zwischen Naturnagel und Farbe: wofür Sie ihn brauchen, welche Varianten es gibt und wie Sie ihn ohne Lifting auftragen.
Ein Base Coat ist die erste Schicht auf dem vorbereiteten Naturnagel. Er stellt die Haftung zwischen Nagelplatte und Farbe her und schützt den Nagel vor Pigmenten. Im Studio heißt er meist schlicht Base oder Base Gel, auf Deutsch auch Unterlack.
Wofür Sie einen Base Coat brauchen
Die Base übernimmt drei Aufgaben:
- Haftung: In einem Gellack-System aus Base, Farbe und Top Coat ist die Farbe darauf ausgelegt, auf der Base zu haften – nicht direkt auf der Nagelplatte. Fehlt die Base, drohen Lifting und Ablösungen nach wenigen Tagen.
- Schutz: Die Base liegt zwischen Nagelplatte und Farbe. Kräftige Pigmente, etwa in Rot- und Dunkeltönen, können den Naturnagel sonst verfärben.
- Ausgleich: Eine gleichmäßige Base glättet kleine Unebenheiten, damit die Farbe sauber verläuft. Dickere Varianten wie die Rubber Base gleichen auch stärkere Unebenheiten aus.
Base Coat auf Deutsch: welche Schicht wie heißt
Die Begriffe hängen vom System ab. Die Übersicht hilft, wenn Anleitungen und Produktseiten unterschiedliche Namen verwenden:
| System | So heißen die Schichten |
|---|---|
| Nagellack | Unterlack oder Base Coat, zum Abschluss Überlack oder Top Coat. Beide trocknen an der Luft. |
| Gellack (UV-Nagellack) | Base oder Base Gel, zum Abschluss Top Coat oder Top Gel. Beide härten unter der Nagellampe aus. |
| Gelmodellage | Haftgel oder Base, zum Abschluss die Versiegelung, auch Top Coat genannt. Alle Schichten härten unter der Nagellampe aus. |
Nagellack oder Gellack: zwei verschiedene Produkte
Ein Base Coat für Nagellack und eine Base für Gellack tragen denselben Namen, sind aber unterschiedliche Produkte:
- Der Unterlack für Nagellack trocknet an der Luft. Er schützt vor Verfärbungen und verlängert die Haltbarkeit der Farbe; manche Varianten füllen als Rillenfüller Unebenheiten auf.
- Die Base für Gellack härtet unter der Nagellampe aus. Im Dreischritt-System ist sie Pflicht, denn ohne sie hat die Farbe keinen verlässlichen Halt.
Die beiden Systeme sind nicht dafür gemacht, gemischt zu werden: Unter Gellack gehört eine UV-Base, unter Nagellack ein lufttrocknender Unterlack.
Welche Varianten es gibt
| Variante | Eigenschaften und typischer Einsatz |
|---|---|
| Klassische Base | Dünnflüssig. Hauchdünne Haftschicht unter Gellack auf gesunden Nägeln. |
| Rubber Base | Dickflüssig und flexibel. Für dünne oder weiche Nägel, als leichte Verstärkung und zum Ausgleich. |
| Builder Base (BIAB) | Dick und standfest. Mehr Stabilität bis zu einer leichten Struktur – zwischen Rubber Base und Aufbaugel. |
| Fiber Base | Laut Herstellern mit feinen Fasern. Zusätzliche Stabilität auf dünnen Naturnägeln. |
| Getönte Base | Milchig, nude oder rosé. Für die „Base only“-Maniküre, French und zum Kaschieren von Verfärbungen. |
Wann eine klassische Base genügt und wann die Rubber Base die bessere Grundlage ist, erklärt unser Ratgeber Base Coat oder Rubber Base.
So tragen Sie eine Base für Gellack auf
- Nagel vorbereiten: Nagelhaut zurückschieben, die Nagelplatte mit einem feinen Buffer mattieren, Staub entfernen und gründlich entfetten. Hält auf einzelnen Nägeln trotz sauberer Vorbereitung nichts, kommt vorher ein Primer dazu.
- Dünn beginnen: Viele Nageldesignerinnen arbeiten zuerst eine hauchdünne Schicht mit leichtem Druck in die Nagelplatte ein und tragen erst danach die eigentliche Schicht auf.
- Abstand halten: Bleiben Sie etwa einen Millimeter von Nagelhaut und Seitenwall entfernt. Base auf der Haut hebt als Erstes ab – und jeder Hautkontakt mit nicht ausgehärtetem Gel erhöht das Risiko einer Sensibilisierung.
- Freie Kante versiegeln: Führen Sie den Pinsel einmal über die Nagelspitze. So ist die Kante ummantelt, und die Farbe hält vorn länger.
- Vollständig aushärten: Halten Sie die Zeit ein, die der Hersteller für Ihre Lampe angibt, und brechen Sie nicht vorzeitig ab. Eine dicke Rubber Base braucht mehr Licht als eine hauchdünne klassische Base.
- Schwitzschicht stehen lassen: Nach dem Aushärten bleibt in aller Regel eine klebrige Schicht zurück, die Schwitzschicht (Dispersionsschicht). Sie wird nicht abgewischt, denn die Farbe verbindet sich mit ihr.
Beim klassischen Nagellack genügt eine dünne Schicht Unterlack. Lassen Sie sie antrocknen, bevor die Farbe folgt; die Wartezeit nennt der Hersteller.
Wenn die Base nicht hält
Ablösungen in den ersten Tagen haben meist eine dieser Ursachen:
- Rückstände von Öl, Creme oder Feilstaub auf der Nagelplatte, weil nicht gründlich genug entfettet wurde.
- Base auf Nagelhaut oder Seitenwall.
- Eine zu kurze Aushärtung oder eine Lampe, deren Wellenlängen nicht zum Produkt passen. Worauf es dabei ankommt, steht im Vergleich der UV-Nagellampen.
- Base, Farbe und Top Coat aus verschiedenen Systemen. Die Produkte einer Marke sind aufeinander abgestimmt; wer mischt, sollte die Kombination zuerst an wenigen Nägeln prüfen.
„Hypoallergen“ und HEMA-frei
HEMA gilt als häufiger Auslöser von Kontaktallergien bei Gelprodukten. Nagelprodukte, die HEMA enthalten, sind kennzeichnungspflichtig und nur für die gewerbliche Verwendung bestimmt.
Die Angabe „hypoallergen“ bedeutet, dass ein Produkt darauf ausgelegt ist, das Allergierisiko gering zu halten. Eine Garantie, dass keine Reaktion auftritt, ist sie nicht. Aussagekräftiger ist die INCI-Liste: Fehlt HEMA dort, ist zumindest dieser Auslöser nicht enthalten. Andere Acrylate können ebenfalls sensibilisieren. Der wichtigste Schutz für Ihre Kundinnen und für Sie selbst bleibt deshalb sauberes Arbeiten ohne Hautkontakt.
Kurz gesagt
- Der Base Coat ist die erste Schicht und stellt die Haftung zwischen Naturnagel und Farbe her.
- Unterlack für Nagellack und Base für Gellack sind verschiedene Produkte – mischen Sie die Systeme nicht.
- Dünn auftragen, Abstand zur Nagelhaut halten, die freie Kante versiegeln und vollständig aushärten.
- Die Schwitzschicht der Base bleibt stehen; die Farbe verbindet sich mit ihr.
- „Hypoallergen“ heißt nicht allergiefrei. Ob HEMA enthalten ist, zeigt die INCI-Liste.
Welche Base zu Ihrem Studio passt, zeigt unser Vergleich der Base Coats. Wie die letzte Schicht funktioniert, erklärt der Ratgeber Was ist ein Top Coat?.
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